Interne Handelsabwicklung: Wie Forex-Broker Aufträge verwalten und Risiken absichern.

Devisenbroker senken die Handelskosten und erhöhen die Auftragsausführungsgeschwindigkeit, indem sie die Kundenaufträge intern abgleichen. Wenn die Aufträge jedoch nicht vollständig abgeglichen werden können, müssen sie das Marktrisiko durch Hedging steuern.

Internalisierung: Wie Forex-Broker Aufträge aggregieren und verbleibende Risiken absichern 

Im Devisenmarkt verwenden Broker häufig eine Strategie namens Internalisierung, um Aufträge zu bearbeiten. Internalisierung ist eine Methode, bei der Broker die Kundenaufträge intern abgleichen, anstatt alle Aufträge direkt an externe Märkte oder Liquiditätsanbieter weiterzuleiten. Diese Methode hilft Brokern, die Kosten für den Handel auf dem externen Markt zu senken und gleichzeitig die Handelsgeschwindigkeit zu erhöhen. Allerdings müssen auch die Risiken, die mit der Internalisierung verbunden sind, gemanagt werden, und Broker ergreifen in der Regel Hedging-Strategien, um die verbleibenden Risiken zu behandeln. Dieser Artikel wird eingehend untersuchen, wie Forex-Broker durch Internalisierung Aufträge aggregieren und verbleibende Risiken absichern.

1. Funktionsweise der Internalisierung 

Internalisierung bedeutet, dass Broker die Aufträge verschiedener Kunden direkt im internen System abgleichen, ohne sie an externe Liquiditätsanbieter oder den Interbankenmarkt weiterzuleiten. So kann der Broker, wenn einige Kunden eine bestimmte Währung kaufen möchten, die Verkaufsaufträge anderer Kunden nutzen, um diese abzugleichen, wodurch vermieden wird, dass die Aufträge das System des Brokers verlassen.

Beispiel: 
  • Ein Kunde möchte EUR / USD kaufen, während gleichzeitig ein anderer Kunde dasselbe Währungspaar verkaufen möchte. Der Broker kann diese beiden Aufträge intern direkt abgleichen, ohne sie an externe Liquiditätsanbieter weiterzuleiten.
Internalisierung hilft: 
  • Handelskosten zu senken: Broker müssen keine Gebühren oder Spreads an Liquiditätsanbieter zahlen, wodurch sie die Kosten effektiver kontrollieren können.
  • Handelsgeschwindigkeit zu erhöhen: Da die Aufträge das System des Brokers nicht verlassen müssen, ist die Geschwindigkeit der internen Transaktionen in der Regel schneller als die Ausführung externer Aufträge, was einen wichtigen Vorteil für die Händler darstellt.
  • Liquidität zu erhöhen: Wenn Broker in der Lage sind, Aufträge effektiv intern abzugleichen, erhöht sich tatsächlich die Liquidität ihres internen Systems und verringert die Abhängigkeit vom externen Markt.

2. Risiken der Internalisierung 

Obwohl die Internalisierung die Kosten senken und die Geschwindigkeit der Auftragsausführung erhöhen kann, müssen Broker auch die damit verbundenen Risiken managen. Wenn Broker Aufträge internalisieren, fungieren sie als Vermittler zwischen beiden Parteien, was bedeutet, dass sie in diesem Prozess ein gewisses Marktrisiko tragen, insbesondere wenn die Aufträge nicht vollständig intern abgeglichen werden können.

  • Marktrisiko: Wenn Broker nicht in der Lage sind, alle Aufträge vollständig intern abzugleichen, entstehen Risiken durch nicht abgeglichene Aufträge. Zum Beispiel, wenn ein Kunde eine große Anzahl von Kaufaufträgen erteilt, aber nicht genügend Verkaufsaufträge zur Verfügung stehen, um diese abzugleichen, sind die Broker dem Marktrisiko ausgesetzt, da sie die Auswirkungen von Preisschwankungen der Währung tragen.
  • Liquiditätsrisiko: Wenn die interne Liquidität unzureichend ist, müssen Broker auf externe Liquiditätsanbieter zurückgreifen, was zu Ausführungsverzögerungen oder Slippage führen kann, insbesondere in Zeiten hoher Marktvolatilität.

3. Absicherung verbleibender Risiken 

Nachdem Broker durch Internalisierung den Großteil der Aufträge abgeglichen haben, stehen sie weiterhin vor einigen verbleibenden Risiken, die abgesichert werden müssen. Hedging ist das Hauptinstrument, das Broker verwenden, um sich vor den Auswirkungen von Preisschwankungen auf dem Markt zu schützen.

  • Instant-Hedging: Wenn Broker nicht in der Lage sind, Aufträge vollständig zu internalisieren, leiten sie die verbleibenden nicht abgeglichenen Aufträge an den externen Markt oder Liquiditätsanbieter weiter, um das Risiko der nicht abgeglichenen Teile sofort abzusichern. Diese Methode kann die Risikobelastung des Brokers schnell reduzieren.
  • Selektives Hedging: Einige Broker entscheiden je nach Marktsituation und Auftragsgröße, ob sie absichern oder nicht. Zum Beispiel könnten Broker große Aufträge oder Aufträge mit hoher Marktvolatilität absichern, während sie kleinere Aufträge intern abwickeln. Dies maximiert das Gewinnpotenzial und hält gleichzeitig die Risikokontrolle aufrecht.
Hedging-Methoden: 
  • Gegengeschäfte auf dem externen Markt: Broker können auf dem externen Markt Geschäfte in die entgegengesetzte Richtung der nicht abgeglichenen Aufträge tätigen, um ihre Risikobelastung auszugleichen. Wenn Broker beispielsweise intern mehrheitlich Kaufaufträge haben, können sie die entsprechende Menge des Währungspaares auf dem externen Markt verkaufen, um das Risiko abzusichern.
  • Verwendung von Derivaten: Neben direkten Gegengeschäften können Broker auch Optionen, Futures und andere Derivatwerkzeuge verwenden, um Risiken abzusichern. Diese Werkzeuge ermöglichen eine flexiblere Verwaltung langfristiger oder komplexer Risikobelastungen.

4. Gewinnmodell der Internalisierung 

Für Broker ist die Internalisierung nicht nur eine Methode zur Auftragsverwaltung, sondern auch eine potenzielle Gewinnchance. Broker können durch Internalisierung in folgenden Bereichen Gewinne erzielen: 

  • Erweiterung des Spreads: Wenn Broker Aufträge intern abwickeln, können sie den Spread zwischen Kauf- und Verkaufspreis kontrollieren. Da die Aufträge nicht in den externen Markt gelangen, können Broker einen breiteren Spread festlegen und dadurch mehr Gewinn erzielen.
  • Vermeidung externer Handelskosten: Internalisierung ermöglicht es Brokern, die Handelsgebühren und Provisionen zu vermeiden, die beim Weiterleiten von Aufträgen an externe Märkte anfallen, was die Betriebskosten der Broker direkt senkt.
  • Gewinn aus Kundenverlusten: Für die meisten Einzelhändler sind die Handelsergebnisse oft verlustreich. Wenn Broker Aufträge internalisieren, fungieren sie tatsächlich als Gegenpartei, sodass die Verluste der Kunden die Gewinne der Broker darstellen.

5. Herausforderungen der Internalisierung von Aufträgen 

Obwohl die Internalisierung dazu beiträgt, die Effizienz und Rentabilität der Broker zu steigern, bringt sie auch einige Herausforderungen mit sich: 

  • Interessenkonflikte: Wenn Broker Aufträge internalisieren, übernehmen sie in gewissem Maße die Rolle der Gegenpartei für die Kunden, was zu Interessenkonflikten führen kann. Broker könnten manchmal ihre eigenen Interessen über die Bereitstellung der vorteilhaftesten Handelsbedingungen für die Kunden stellen.
  • Schwierigkeiten im Management des Marktrisikos: Mit der Zunahme der Anzahl der internalisierten Aufträge müssen Broker ihre Marktrisiken präziser verwalten, insbesondere in Zeiten starker Marktvolatilität, was die Absicherung verbleibender Risiken erheblich erschwert.

6. Wie man die Effizienz der Internalisierung steigert und Risiken senkt 

Broker müssen bei der Internalisierung von Aufträgen Effizienz und Risiko in Einklang bringen. Um die Vorteile der Internalisierung zu maximieren und gleichzeitig Risiken effektiv zu managen, können Broker folgende Maßnahmen ergreifen: 

  • Intelligentes Auftragsabgleichsystem: Der Einsatz fortschrittlicher Algorithmen und Technologien zur automatischen Abgleichung von Aufträgen kann die Erfolgsquote der internen Aufträge erhöhen und die Anzahl der nicht abgeglichenen Aufträge reduzieren, wodurch die Marktrisiken verringert werden.
  • Dynamisches Risikohandling: Broker sollten ihre Hedging-Strategien dynamisch an die Marktbedingungen anpassen, um sicherzustellen, dass sie in Zeiten hoher Marktvolatilität rechtzeitig nicht abgeglichene Aufträge absichern und potenzielle Risiken senken.
  • Transparenz und Kundenvertrauen: Durch die Erhöhung der Transparenz des Internalisierungsprozesses und das klare Verständnis der Kunden darüber, wie Broker Aufträge bearbeiten, kann das negative Einfluss von Interessenkonflikten verringert und das Vertrauen der Kunden gestärkt werden.

Zusammenfassung 

Internalisierung ist eine effektive Methode zur Auftragsverwaltung, die es Brokern ermöglicht, Kundenaufträge durch interne Abgleiche auszuführen, ohne auf externe Märkte angewiesen zu sein. Dies kann nicht nur die Handelskosten senken, sondern auch die Handelsgeschwindigkeit erhöhen. Wenn jedoch Aufträge nicht vollständig abgeglichen werden können, müssen Broker die verbleibenden Marktrisiken absichern, um Verluste aufgrund von Marktschwankungen zu vermeiden. Durch intelligentes Auftragsabgleich und flexible Hedging-Strategien können Broker die mit der Internalisierung verbundenen Risiken besser managen und gleichzeitig die Rentabilität steigern.