Warum ein breit gestreuter ETF allein nicht immer ausreicht

„Ich investiere bereits in einen ETF mit Hunderten von Aktien. Warum sollte ich mein Geld noch in andere Anlagen stecken?“

Eine berechtigte Frage.

Für viele langfristig orientierte Anleger sind breit gestreute ETFs eine hervorragende Grundlage für den Vermögensaufbau.

Statt stundenlang einzelne Aktien auszuwählen, kannst du mit einem ETF an der Entwicklung des gesamten Aktienmarktes teilhaben. Gleichzeitig verringerst du das Risiko, dass die Probleme eines einzelnen Unternehmens dein Portfolio stark belasten.

Doch einen entscheidenden Punkt übersehen viele Anleger:

Ein ETF verteilt das Risiko auf viele Unternehmen. Aber was schützt dein Portfolio, wenn der gesamte Aktienmarkt einbricht?

Genau hier kommt die Korrelation zwischen verschiedenen Anlageklassen ins Spiel.

Echte Diversifikation bedeutet nämlich nicht, möglichst viele Wertpapiere zu besitzen. Entscheidend ist, dass dein Portfolio auf unterschiedlichen Renditequellen basiert.

In diesem Artikel erfährst du, wie ETFs, Anleihen und alternative Anlagestrategien zusammenwirken können. Wir erklären positive, negative und fehlende Korrelation und zeigen, warum Strategien mit geringer Korrelation zum Aktienmarkt möglicherweise dazu beitragen können, das Risiko-Rendite-Profil deines Portfolios zu verbessern.

1. Warum Hunderte Aktien das Marktrisiko nicht beseitigen

Angenommen, du investierst in einen ETF, der den S&P 500 abbildet.

Dein Kapital verteilt sich damit auf große börsennotierte US-Unternehmen, anstatt von der Entwicklung einer einzigen Aktie abhängig zu sein.

Das ist ein klarer Vorteil.

Veröffentlicht ein Unternehmen enttäuschende Geschäftszahlen, trifft schlechte Managemententscheidungen oder verliert seine Aktie deutlich an Wert, können Kursgewinne anderer Unternehmen einen Teil dieser Verluste ausgleichen.

Doch was passiert, wenn nicht nur ein Unternehmen betroffen ist?

Was, wenn der gesamte Aktienmarkt fällt?

Eine Rezession, Finanzkrise, stark steigende Inflation oder eine breite Verkaufswelle können dazu führen, dass Hunderte Aktien gleichzeitig an Wert verlieren.

Selbst ein ETF mit mehreren Hundert Unternehmen kann dann erhebliche Verluste erleiden.

Der Grund dafür ist einfach:

ETFs können unternehmensspezifische Risiken reduzieren, das systematische Marktrisiko jedoch nicht vollständig beseitigen.

Du bist zwar an vielen verschiedenen Unternehmen beteiligt, doch sie alle werden von gemeinsamen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Marktfaktoren beeinflusst.

Stell dir vor, du verteilst deine Eier auf Hunderte verschiedene Körbe.

Damit begrenzt du den Schaden, falls ein einzelner Korb kaputtgeht. Wenn du aber sämtliche Körbe auf denselben Lastwagen lädst und dieser umkippt, sind trotzdem alle Eier gefährdet.
Diversifikation mit ETFs: Hunderte Aktien reduzieren unternehmensspezifische Risiken, schützen aber nicht vor systematischem Marktrisiko, wenn der gesamte Aktienmarkt fällt.
Szenario A zeigt, wie die Streuung auf verschiedene Unternehmen das Einzelaktienrisiko verringert. Szenario B verdeutlicht, warum auch ein breit diversifizierter ETF deutlich verlieren kann, wenn der gesamte Markt von denselben systematischen Risiken betroffen ist.

Der nächste Schritt zu einer besseren Diversifikation besteht deshalb nicht zwangsläufig darin, noch mehr Aktien zu kaufen.

Viel wichtiger ist eine andere Frage:

Verfügt mein Portfolio über Renditequellen, die nicht ausschließlich vom Aktienmarkt abhängen?

2. Korrelation verstehen: Der Schlüssel zur besseren Portfolio-Diversifikation

Die Korrelation beschreibt, wie stark sich die Renditen zweier Anlagen gemeinsam bewegen.

In der Finanzanalyse wird dafür der Korrelationskoeffizient (Correlation Coefficient) verwendet. Er misst die Stärke und Richtung des linearen Zusammenhangs zwischen den Renditen zweier Vermögenswerte.

Sein Wert liegt zwischen -1 und +1.

Wer diese Kennzahl versteht, kann besser beurteilen, ob eine zusätzliche Anlage tatsächlich zur Risikostreuung beiträgt oder lediglich bestehende Risiken verstärkt.

Positive Korrelation: Wenn Anlagen gemeinsam steigen und fallen

Ein Korrelationskoeffizient nahe +1 bedeutet, dass sich die Renditen zweier Anlagen überwiegend in dieselbe Richtung bewegen.

Denke beispielsweise an zwei ETFs, die beide große US-Unternehmen abbilden.

Obwohl sie unterschiedliche Namen, Anbieter und Börsenkürzel haben, kann ihre Wertentwicklung nahezu identisch sein, weil sie in ähnliche Aktien investieren.

Ein zweiter ETF erhöht dann zwar die Anzahl deiner Fonds, verbessert aber nicht unbedingt die tatsächliche Risikostreuung.

Negative Korrelation: Wenn eine Anlage steigt und die andere fällt

Ein Korrelationskoeffizient nahe -1 zeigt an, dass sich die Renditen zweier Anlagen tendenziell in entgegengesetzte Richtungen bewegen.

Verliert eine Anlage an Wert, kann die andere steigen und möglicherweise einen Teil der Verluste ausgleichen.

Historisch haben bestimmte Kombinationen aus Aktien und Staatsanleihen unter besonderen Marktbedingungen eine negative Korrelation gezeigt.

Dabei ist jedoch ein wichtiger Punkt zu beachten:

Aktien und Anleihen sind nicht immer negativ korreliert.

Bei stark steigender Inflation und schnell zunehmenden Zinsen können beide Anlageklassen gleichzeitig unter Druck geraten.

Ob Anleihen das Aktienrisiko tatsächlich abfedern, hängt daher vom jeweiligen wirtschaftlichen Umfeld ab.

Nullkorrelation: Wenn Renditen keinem gemeinsamen Muster folgen

Liegt der Korrelationskoeffizient nahe 0, besteht zwischen den Renditen zweier Anlagen kein deutlich erkennbarer linearer Zusammenhang.

Zum Beispiel:
  • Eine Handelsstrategie kann Gewinne oder Verluste erzielen, während der Aktienmarkt steigt.
  • Fällt der Aktienmarkt, muss die Strategie nicht zwangsläufig ebenfalls verlieren.
  • Ihre Ergebnisse können von anderen Marktbedingungen, Handelssignalen oder Risikofaktoren abhängen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine unkorrelierte Strategie risikofrei ist.

Auch sie kann Verluste verursachen. Ebenso wenig ist garantiert, dass sie während eines Börsencrashs Gewinne erzielt.

Der mögliche Vorteil liegt woanders:

Ihre Rendite muss nicht unmittelbar von der Richtung des Aktienmarktes abhängen.

Wichtig ist außerdem: Eine Korrelation nahe null (r ≈ 0) bedeutet nicht, dass zwei Anlagen vollkommen unabhängig voneinander sind. Nichtlineare Zusammenhänge können weiterhin bestehen, und in extremen Marktsituationen können beide Anlagen gleichzeitig Verluste erleiden.
Vergleich positiver, negativer und nahezu fehlender Korrelation zwischen Anlagerenditen anhand von drei Streudiagrammen.
Bei positiver Korrelation (r > 0) bewegen sich die Renditen tendenziell in dieselbe Richtung. Bei negativer Korrelation (r < 0) verlaufen sie eher entgegengesetzt. Eine Korrelation nahe null (r ≈ 0) weist auf keinen ausgeprägten linearen Zusammenhang hin.

Für Anleger, deren Vermögen bereits überwiegend in breit gestreuten Aktien-ETFs investiert ist, können Anlagen mit anderen Renditemustern eine interessante Ergänzung darstellen.

Denn das Ziel der Diversifikation besteht nicht darin, dass sämtliche Anlagen jederzeit steigen.

Es geht darum, zu vermeiden, dass das gesamte Portfolio von denselben Marktkräften abhängig ist.

3. Warum Aktien und Anleihen allein nicht immer ausreichend diversifizieren

Wenn du bereits Aktien-ETFs und Anleihefonds besitzt, fragst du dich vielleicht, ob eine zusätzliche Diversifikation überhaupt notwendig ist.

Die Kombination aus Aktien und Anleihen gehört seit Jahrzehnten zu den klassischen Ansätzen des langfristigen Vermögensaufbaus.

Aktien bieten langfristige Wachstumschancen. Hochwertige Anleihen können Zinserträge liefern und unter bestimmten Marktbedingungen dazu beitragen, die Schwankungen eines Portfolios abzumildern.

Allerdings gleichen sich die Risiken beider Anlageklassen nicht in jeder Situation aus.

Bei Inflationsschocks, schnellen Zinsänderungen oder einer Verschlechterung der Marktliquidität können sowohl Aktien als auch Anleihen gleichzeitig an Wert verlieren.

Ein Portfolio aus Aktien und Anleihen ist deshalb nicht automatisch frei von gemeinsamen wirtschaftlichen Risikofaktoren.

Aus diesem Grund suchen manche Anleger nach zusätzlichen Renditequellen außerhalb der traditionellen Anlageklassen.

Dazu gehören beispielsweise:
  • Marktneutrale Strategien (Market Neutral): Versuchen, die Abhängigkeit des Portfolios von der allgemeinen Marktrichtung zu reduzieren.
  • Trendfolgestrategien (Trend Following): Suchen anhand bestehender Preis- und Markttrends nach Handelsmöglichkeiten in verschiedenen Märkten.
  • Marktübergreifende quantitative Handelsstrategien: Nutzen systematische Regeln oder statistische Modelle, um Handelschancen in unterschiedlichen Märkten zu identifizieren.
  • Alternative Investments: Umfassen Anlagen und Strategien, deren Renditen von anderen Faktoren beeinflusst werden können als bei klassischen Aktien und Anleihen.

Diese Strategien sind nicht automatisch sicherer oder rentabler als ETFs und Anleihen.

Auch weisen längst nicht alle alternativen Investments eine geringe Korrelation zum Aktienmarkt auf.

Einige können dennoch interessant sein, weil sie andere Handelsmechanismen, Marktchancen und Risikofaktoren nutzen.

Eine durchdachte Asset-Allokation bedeutet nicht, eine Anlage zu finden, die niemals Verluste macht. Entscheidend ist ein Portfolio, dessen Erfolg nicht von einem einzigen Marktumfeld abhängt.

4. Wie gering korrelierte Strategien dein ETF-Portfolio effizienter machen können

Hier zeigt sich der praktische Nutzen der Korrelation.

Das Gesamtrisiko eines Portfolios ergibt sich nicht einfach aus der Summe der Risiken seiner einzelnen Anlagen.

Entscheidend ist auch, wie die Renditen dieser Anlagen miteinander zusammenhängen.

Stellen wir uns ein Portfolio mit zwei Vermögenswerten vor.

Anlage A ist ein breit gestreuter Aktien-ETF. Anlage B ist eine Investmentstrategie mit geringer Korrelation zum Aktienmarkt.

Wenn Anlage B ein vertretbares Risiko, angemessene Kosten und eine plausible erwartete Rendite aufweist, kann eine geeignete Kombination beider Anlagen die Volatilität des Gesamtportfolios möglicherweise reduzieren.

Warum?

Weil beide Investments nicht zwangsläufig zur gleichen Zeit steigen oder fallen.

Während sich eine Anlage schwach entwickelt, kann die andere vergleichsweise stabil bleiben oder einem anderen Renditemuster folgen.

Daraus kann ein Diversifikationseffekt entstehen.

Rechenbeispiel: So kann Diversifikation die Volatilität senken

Nehmen wir an, Anlage A (ein breit gestreuter ETF) und Anlage B (eine gering korrelierte Strategie) weisen jeweils eine annualisierte Volatilität von 20 % auf.

Zusätzlich nehmen wir an, dass die Renditen beider Anlagen im selben Zeitraum eine Korrelation von null aufweisen (ρ = 0).

Wenn du dein Kapital zu jeweils 50 % auf beide Anlagen verteilst, sinkt die theoretische annualisierte Volatilität des Portfolios auf etwa 14,1 % – gegenüber 20 % bei einer alleinigen Investition in eine der beiden Anlagen.

Hypothetisches Beispiel zur Portfolio-Diversifikation: Zwei Anlagen mit jeweils 20 % annualisierter Volatilität und einer Korrelation von null können bei einer Gewichtung von 50/50 die theoretische Portfoliovolatilität auf rund 14,1 % reduzieren.
Die Grafik zeigt ein hypothetisches Diversifikationsbeispiel: Selbst wenn Anlage A und Anlage B über den gesamten Zeitraum eine positive Rendite erzielen, können ihre Werte zwischenzeitlich erheblich schwanken. Durch die Kombination gering korrelierter Anlagen kann sich möglicherweise ein gleichmäßigerer Portfolioverlauf bei vergleichbarer erwarteter Rendite ergeben.

Dieser Effekt wird als Diversifikationsvorteil (Diversification Benefit) bezeichnet.

Die dargestellten Wertentwicklungskurven dienen ausschließlich der Veranschaulichung und zeigen keine tatsächlichen Anlageergebnisse. Die realen Resultate hängen unter anderem von den erzielten Renditen, veränderten Korrelationen, Portfolio-Gewichtungen, Transaktionskosten und weiteren Risiken ab. Eine geringe Korrelation garantiert keinen Gewinn.

Bessere Risikostreuung bedeutet nicht automatisch höhere Gewinne

Der Vorteil einer Kombination verschiedener Anlagen wird manchmal bildlich als „1+1>2-Effekt“ beschrieben.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die Rendite durch die Kombination zweier Investments verdoppelt.

Der mögliche Nutzen ist wesentlich konkreter:

Eine vergleichbare erwartete Rendite bei geringeren Schwankungen des Gesamtportfolios anzustreben.

Dadurch kann sich die risikoadjustierte Rendite (Risk-Adjusted Return) verbessern. Diese Kennzahl setzt die erzielte Rendite ins Verhältnis zum eingegangenen Risiko.

Für langfristige Anleger zählt deshalb nicht nur die kumulierte Rendite.

Auch die Volatilität und der maximale zwischenzeitliche Wertverlust (Maximum Drawdown) sind wichtige Kennzahlen.

Eine Strategie kann langfristig attraktiv erscheinen. Während eines starken Börseneinbruchs kann es jedoch schwierig sein, daran festzuhalten.

Ein Portfolio mit einem für dich tragbaren Risikoniveau kann helfen, deine langfristige Anlagestrategie konsequent umzusetzen.

5. Drei Möglichkeiten zur Asset-Allokation für ETF-Anleger

Angenommen, breit gestreute Aktien-ETFs bilden bereits den Kern deines Portfolios.

Du bist vom langfristigen Potenzial des Aktienmarktes überzeugt und akzeptierst normale Kursschwankungen.

Wenn du eine gering korrelierte Strategie hinzufügst, muss das Ziel nicht zwangsläufig eine möglichst hohe Rendite sein.

Vielmehr kann es darum gehen, die Abhängigkeit deines Vermögens vom Aktienmarkt zu verringern.

Drei mögliche Portfolio-Ansätze sind besonders interessant.

Portfolio A: 100 % breit gestreute Aktien-ETFs

Dieser Ansatz ist einfach, transparent und üblicherweise mit vergleichsweise niedrigen Kosten verbunden.

Du partizipierst direkt an der Wertentwicklung des Aktienmarktes, den deine ETFs abbilden.

Allerdings bleibt dein Portfolio hauptsächlich dem Aktienmarktrisiko ausgesetzt. Bei größeren Marktkorrekturen können erhebliche Kursverluste entstehen.

Portfolio B: Breit gestreute ETFs + Anleihen

Dieser Ansatz ergänzt Aktien um eine weitere Anlageklasse.

Anleihen hoher Bonität können Zinserträge bieten und unter bestimmten Marktbedingungen helfen, die Schwankungen des Portfolios zu begrenzen.

Dennoch bestehen weiterhin Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken sowie die Möglichkeit, dass Aktien und Anleihen gleichzeitig fallen.

Portfolio C: Breit gestreute ETFs + gering korrelierte quantitative Strategien

Bei diesem Ansatz wird das Aktienportfolio durch eine systematische Handelsstrategie ergänzt, deren Rendite weniger stark von der Entwicklung des Aktienmarktes abhängen soll.

Wenn die Strategie dauerhaft eine geringe Korrelation aufweist und ein angemessenes Risiko-Rendite-Profil besitzt, kann sie möglicherweise die Effizienz der gesamten Diversifikation verbessern.

Allerdings birgt quantitatives Trading eigene Risiken. Dazu gehören Kapitalverluste, das Versagen von Handelsmodellen, Liquiditätsprobleme, der Einsatz von Hebelprodukten und Risiken bei der Orderausführung.

Eine historisch geringe Korrelation garantiert außerdem nicht, dass eine Strategie das Portfolio während extremer Marktverwerfungen wirksam absichert.

Keiner dieser Ansätze ist grundsätzlich für alle Anleger überlegen.

Die Möglichkeiten schließen sich auch nicht gegenseitig aus. Eine Kombination aus Aktien, Anleihen und quantitativen Strategien kann ebenfalls geprüft werden.
Hypothetischer Vergleich des maximalen Drawdowns: Portfolio mit 100 % breit gestreuten ETFs −32 %, ETFs und Anleihen −24 % sowie ETFs und gering korrelierten Strategien −18 %.
Der hypothetische Vergleich zeigt einen maximalen Drawdown von −32 % für Portfolio A (100 % Aktien-ETFs), −24 % für Portfolio B (ETFs und Anleihen) und −18 % für Portfolio C (ETFs und gering korrelierte Strategien).

Das Beispiel veranschaulicht, wie unterschiedliche Renditequellen möglicherweise dazu beitragen können, die Verluste eines Portfolios während Marktabschwüngen zu begrenzen. Die dargestellten Zahlen sind jedoch hypothetisch und keine tatsächlichen Anlageergebnisse. Ein realer Diversifikationsvorteil muss anhand historischer Daten überprüft werden.

Welche Aufteilung für dich geeignet ist, hängt von deinen Anlagezielen, deiner Risikotoleranz, deinem Anlagehorizont und der Rolle jeder einzelnen Anlage im Gesamtportfolio ab.

6. Welche Rolle kann quantitatives Trading in einem ETF-Portfolio spielen?

Wenn du bereits in breit gestreute ETFs investierst, ist ein zusätzlicher Aktien-ETF nicht unbedingt die sinnvollste nächste Ergänzung.

Vielleicht solltest du dir stattdessen eine andere Frage stellen:

„Könnte mein Portfolio von einer Renditequelle profitieren, die nicht auf steigende Aktienkurse angewiesen ist?“

Genau diesen Investmentansatz möchte Mr.Forex mit quantitativen Handelsstrategien näherbringen.

Renditechancen unabhängig von der Richtung des Aktienmarktes

Die quantitativen Handelsstrategien von Mr.Forex zielen darauf ab, Renditequellen zu erschließen, die sich von klassischen Aktieninvestments unterscheiden.

Eine wichtige Kennzahl bei der Bewertung ist die historische Korrelation zwischen den Strategierenditen und der Entwicklung des breiten Aktienmarktes.

Werden Renditedaten über denselben Zeitraum und mit derselben Häufigkeit verglichen, weist ein Korrelationskoeffizient nahe 0 darauf hin, dass während des untersuchten Zeitraums kein ausgeprägter linearer Zusammenhang zwischen der Strategie und dem Aktienmarkt bestand.

Solche Strategien können daher andere Diversifikationseigenschaften besitzen als traditionelle Aktien-ETFs.

Allerdings ist die Korrelation keine feste Größe.

Marktbedingungen verändern sich. Eine Strategie, die in der Vergangenheit gering korreliert war, kann sich künftig anders verhalten.

ETFs ergänzen statt ersetzen

Bei Mr.Forex vertreten wir nicht die Ansicht, dass jeder Anleger seine bestehenden ETFs verkaufen und vollständig auf quantitatives Trading umsteigen sollte.

ETFs können weiterhin das Fundament eines langfristigen Investmentportfolios bilden.

Quantitative Strategien lassen sich stattdessen als mögliche zusätzliche Renditequellen untersuchen.

Entscheidend ist nicht allein, wie viel Rendite eine Handelsstrategie für sich genommen erwirtschaftet hat.

Wichtiger ist, ob sich das gesamte Risiko-Rendite-Profil deines bestehenden ETF-Portfolios durch die Aufnahme dieser Strategie verbessert.

Dafür solltest du unter anderem folgende Fragen prüfen:
  1. Sinkt die Gesamtvolatilität des Portfolios?
  2. Verringert sich der maximale Drawdown?
  3. Verbessert sich die risikoadjustierte Rendite?
  4. Bleiben mögliche Verbesserungen auch nach Abzug der Handelskosten bestehen?

Diese Fragen sind entscheidend, um den potenziellen Nutzen quantitativer Handelsstrategien innerhalb einer Asset-Allokation sachgerecht zu bewerten.

Vier Kennzahlen, die du vor einem Investment in quantitative Strategien prüfen solltest

Egal, ob du Mr.Forex oder einen anderen Anbieter quantitativer Handelsstrategien bewertest: Die kumulierte Rendite allein liefert kein vollständiges Bild.

Achte insbesondere auf diese vier Kennzahlen:
  • Korrelation mit dem Aktienmarkt: Wie stark die historischen Renditen der Strategie mit dem Aktienmarkt zusammenhingen und ob dieser Zusammenhang in verschiedenen Marktphasen stabil blieb.
  • Maximaler Drawdown (Maximum Drawdown): Der größte historische prozentuale Rückgang des Portfoliowerts von einem Höchststand bis zu einem späteren Tiefpunkt.
  • Risikoadjustierte Rendite: Die erzielte Rendite im Verhältnis zum dafür eingegangenen Risiko.
  • Länge der Performance-Historie: Ob die Strategie bereits unterschiedliche Marktphasen durchlaufen hat und ausreichend Daten für eine aussagekräftige Bewertung vorliegen.

Bevor du entscheidest, ob eine gering korrelierte Strategie zu deinem Portfolio passt, solltest du die von Mr.Forex bereitgestellten historischen Performance-Daten und Risikokennzahlen sorgfältig prüfen.

Ziel ist nicht nur, eine Strategie mit attraktiver Einzelrendite zu finden, sondern zu verstehen, wie sie mit deinen bestehenden Investments zusammenwirken könnte.

7. Häufige Fragen zu ETFs und Portfolio-Diversifikation

Frage 1: Ist ein breit gestreuter ETF nicht bereits ausreichend diversifiziert?

Ein breit gestreuter ETF verteilt das Kapital auf viele Unternehmen und reduziert dadurch das unternehmensspezifische Risiko.

Er bleibt jedoch von der allgemeinen Entwicklung des Aktienmarktes abhängig.

Wer sein Portfolio breiter diversifizieren möchte, kann Anleihen oder andere gering korrelierte Anlagen prüfen und untersuchen, ob sie das Gesamtrisiko verbessern.

Frage 2: Was bedeutet Nullkorrelation beim Investieren?

Von Nullkorrelation spricht man, wenn der Korrelationskoeffizient zwischen den Renditen zweier Anlagen nahe 0 liegt.

Das bedeutet, dass ihre historischen Renditen keinen deutlich erkennbaren linearen Zusammenhang aufweisen.

Es bedeutet jedoch nicht, dass die Anlagen vollkommen unabhängig oder frei von Verlustrisiken sind.

Frage 3: Ist Nullkorrelation besser als negative Korrelation?

Nicht unbedingt.

Negativ korrelierte Anlagen können bestimmte Marktverluste möglicherweise direkter ausgleichen. Dieser Zusammenhang kann sich jedoch im Laufe der Zeit verändern.

Anlagen mit einer Korrelation nahe null können dagegen zusätzliche, andersartige Renditequellen bieten.

Beide Ansätze sollten anhand erwarteter Renditen, Volatilität, Kosten und Risiken in extremen Marktphasen bewertet werden.

Frage 4: Sind quantitative Handelsstrategien immer unkorreliert mit Aktien?

Nein.

Quantitatives Trading bezeichnet Handelsmethoden, bei denen Entscheidungen anhand festgelegter Regeln, statistischer Modelle oder Algorithmen getroffen werden.

Abhängig von ihrer Ausgestaltung können solche Strategien positiv, negativ oder nur gering mit dem Aktienmarkt korreliert sein.

Die tatsächliche Korrelation muss anhand historischer Renditedaten ermittelt werden.

Frage 5: Senken gering korrelierte Strategien immer das Portfoliorisiko?

Nein.

Die Wirkung hängt von der Volatilität der Strategie selbst, ihrer Korrelation mit vorhandenen Anlagen, der Portfolio-Gewichtung und den Marktbedingungen ab.

Eine besonders schwankungsanfällige Strategie kann das Gesamtrisiko sogar erhöhen, obwohl sie nur gering mit dem Aktienmarkt korreliert.

Außerdem garantiert eine niedrigere Volatilität unter normalen Marktbedingungen keinen Schutz vor hohen Verlusten während außergewöhnlicher Marktverwerfungen.

Frage 6: Kann ich ETF-Sparen mit quantitativem Copy Trading kombinieren?

Das kann für manche Anleger infrage kommen. Entscheidend sind jedoch die persönliche finanzielle Situation, die Anlageziele und die individuelle Risikotoleranz.

Beim quantitativen Copy Trading werden Transaktionen einer Handelsstrategie automatisch oder systematisch nachgebildet. Dadurch können sich zusätzliche Renditequellen ergeben.

Gleichzeitig bestehen Risiken wie Kapitalverluste, Unterschiede bei der Orderausführung und das mögliche Scheitern der zugrunde liegenden Strategie.

Deshalb solltest du die Funktionsweise, Handelsbedingungen und Risiken vor einer Investition genau verstehen.

Entscheidend ist nicht, ob du bereits ETFs besitzt.

Wichtiger ist, ob die zusätzliche Strategie einen sinnvollen Diversifikationsbeitrag für dein Gesamtportfolio leisten kann.

Fazit: Echte Diversifikation bedeutet mehr als zusätzliche ETFs

Breit gestreute ETFs bleiben für viele Anleger eine sinnvolle Grundlage für den langfristigen Vermögensaufbau.

Doch Hunderte verschiedene Aktien zu besitzen, ist nicht dasselbe wie ein Portfolio mit mehreren unabhängigen Renditequellen aufzubauen.

Der erste Ansatz verteilt das Risiko innerhalb des Aktienmarktes.

Der zweite versucht, die Abhängigkeit des gesamten Portfolios von gemeinsamen Risikofaktoren zu reduzieren.

Aktien, Anleihen und gering korrelierte quantitative Strategien können dabei unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Sie müssen sich nicht gegenseitig ersetzen.

Vielmehr geht es darum zu prüfen, ob ihre Kombination ein besseres Verhältnis zwischen Risiko und erwarteter Rendite ermöglichen könnte.

Eine durchdachte Asset-Allokation bedeutet nicht nur, die Anlage mit der höchsten Rendite zu suchen. Entscheidend ist eine Kombination von Investments, die deine langfristigen finanziellen Ziele unterstützt und gleichzeitig zu deiner persönlichen Risikotoleranz passt.

Wenn breit gestreute ETFs bereits den Kern deines Portfolios bilden, kann es sich lohnen, auch Strategien zu untersuchen, deren Ergebnisse nicht ausschließlich von der Richtung des Aktienmarktes abhängen.

Entdecke, wie gering korrelierte Strategien dein Portfolio ergänzen können

Informiere dich über die quantitativen Handelsstrategien von Mr.Forex und prüfe ihre historische Performance, die Korrelation zum Aktienmarkt sowie die wichtigsten Risikokennzahlen.

Finde heraus, ob eine zusätzliche Renditequelle eine sinnvolle Ergänzung zu deinen bestehenden ETF-Investments sein könnte.



Risikohinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der finanziellen Bildung und allgemeinen Information. Die Inhalte stellen weder eine individuelle Anlageberatung noch eine Garantie für Renditen oder Gewinne dar. Sämtliche simulierten Zahlen dienen lediglich der Veranschaulichung von Anlagekonzepten und repräsentieren keine tatsächlichen Ergebnisse einer Handelsstrategie. Vergangene Wertentwicklungen und Korrelationskoeffizienten sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse. Quantitatives Trading und Copy Trading sind mit dem Risiko verbunden, das eingesetzte Kapital teilweise oder vollständig zu verlieren. Vor einer Investition solltest du die jeweilige Strategie, Handelsbedingungen, anfallenden Gebühren und möglichen Risiken sorgfältig prüfen.